Saale-Zeitung. 19. November 2010

Das Kopfkino hört nicht auf
von Angelika Luga-Braun

Depression Patient Anton S. spricht über eine Krankheit, die immer noch tabuisiert wird.

Bad Kissingen – Er ist im besten Alter, 45, sportlich, kräftig gut aussend, aber sein wacher Blick ist leicht misstrauisch. Gerade so, als überlegte er doch, ob er – was er sich vorgenommen hat – zu der Zeitungsfrau tatsächlich über seine Krankheit sprechen soll, über Burnout, über Depression. Aber nach einer Weile des Zauderns, sagt Anton S. (Name von der Redaktion geändert), wie nach einem inneren Dialog: "Es ist in Ordnung. Es ist wichtig, dass Andere erfahren, dass es jeden treffen kann. Ja, ich will sprechen."


Anton S. im Gespräch mit seinem Therapeuten Dr. Günter Wimschneider,
einer der Unterzeichner des Memorandums

Wir sitzen in der Praxis seines Psychotherapeuten, Dr. Günter Wimschneider. Anton erzählt, dass er über 20 Jahre in einer Bank in der Beratung gearbeitet hat. Seinen Beruf hatte er nach einer Handwerksausbildung erlernt. Freude bereitete ihm der Kontakt mit Menschen und die Möglichkeit, ihnen individuell in Vermögensangelegenheiten zu helfen, ob bei einer Baufinanzierung, der Verwaltung von Aktien oder mit Beratung in Sachen Altersvorsorge oder Versicherungsangelegenheiten.

Völlig ausgebrannt

Er mochte seine Arbeit, seine Kollegen. Doch ist er seit neun Monaten krankgeschrieben, kraftlos, ausgebrannt – Burnout heißt das auf Neudeutsch. Dabei möchte er arbeiten...

Irgendwann hatte die Veränderung im beruflichen Umfeld angefangen. Wie andere Finanzberater auch, musste er, statt zu beraten, Kennzahlen erfüllen: noch ein paar Tausender aus diesem oder jenem bankeigenen Fond an Kunden veräußern, Bankprodukte aus einer Produktwelt, die er selbst immer weniger durchblickte. "Zielvergaben, die nicht zu erfüllen waren", sagt er. Verlangt ein Kunde eine sichere Geldanlage, muss ihn der Bankberater auf mögliche Verluste bei einer Pleite hinweisen. Verstoßen Berater gegen diese Pflicht, haben Kunden Anspruch auf Schadensersatz, so ein Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs. Der Statt hat die Banken in die Pflicht genommen. Jetzt wurde Beratung protokolliert. Anton musste die Kunde "profilen" in Bezug auf Risikofreudigkeit. Er nannte sich weiter Berater, sollte aber an sich verkaufen. im besten Falle ehrlich und in Punkto Chancen und Risiken  spielte er mit offenen Karten, im schlechtesten Falle agierte er als Vertreter der Interessen seiner Bank – und der Kunde zahlt die Rechnung. "Die in den oberen Etagen glauben an ihre Statistiken." Eine Zeit machte er mit, hatte aber stets mehr das Gefühl, eine andere Sprache zu sprechen als der Kunde, auch eine andere als der Vorstand. Seine innere Zerrissenheit nahm er tagtäglich mit heim, auch das Gefühl, zwischen den Stühlen zu sitzen. Entfremdung vom eigenen Tun.

" Überall wird noch mehr draufgepackt, die Zielvorgaben sind nicht zu erfüllen."

An sich erfolgsgewohnt, geriet jetzt Antons Arbeit unter Kritik. Er wurde dünnhäutiger, bekam Wehwehchen, Bandscheibensachen, ein Tinnitus, Bluthochdruck, alles, was der Hobby-Sportler nur vom Hörensagen kannte. "Ich verlor meinen Antrieb, mein Körper ging auf Verteidigung", sagt er. Seine Kritikfähigkeit sank, seine Aggression wuchs, Abschalten ging nicht mehr, Schlaf fehlte und ließ sich durch ein Bier oder einen Wein mehr nicht herbeizaubern. "Das Kopfkino hört nicht mehr auf, und morgens war ich erschlagen."Ohne Freude und Erfolg bei der Arbeit folgte nun der innere Rückzug. Zum Glück erkannte Antons Hausarzt, dass bei seinem Patienten die Seele dabei war Schaden zu nehmen. Er riet zu einer Auszeit und einer Akutbehandlung in einer psychosomatischen Klinik, was Anton befolgte.

Zum ersten Mal seit langem hatte der Banker Zeit für sich, Zeit zum Nach-innen-Horchen, zum Nachdenken. Zum ersten Mal begegneten Symptomen: Die Gehetzten, Schlaflosen, die von Angstzuständen Geplagten, die mit der Angst, dem Leistungsdruck "draußen" nicht Stand halten zu können. Besonders die Erfolgsgewohnten, für die Erfolg wie eine Droge wirkt, hatten alle dieselbe Erfahrung: "Überall wird mehr und noch mehr draufgepackt. Die Hierarchie in den Unternehmen ist so aufgebaut, dass die Last nach unten immer schwerer wird." Anton wurde bewusst, dass er ein Nervenbündel war, manchmal verstand er auf erschreckende Weise, was mit Fußballstar Robert Enke los gewesen war.

"In der Hierarchie der Unternehmen wird die Last nach unten hin immer schwerer."

"Da will ich keinesfalls hin.", wusste er und suchte sich nach dem akuten Burnout Hilfe bei Dr. Wimschneider. Fast ein halbes Jahr musste er auf einen Termin warten: "Da fiel ich wieder in ein tiefes Loch." Aber zum Glück hatte er Rückhalt daheim. Er suchte sich kleine Aufgaben zum "Abarbeiten." Denn in der Klinik hatte er die Erkenntnis gehabt, dass ihm das zuletzt in der Arbeit schwer gefallen war: Dinge, die zu tun sind, der Reihe nach abzuarbeiten.

Auf der Suche nach dem Weg

Mittlerweile hat Anton S. gelernt, sich "herunterzufahren", kürzer zu treten – und über seinen Burnout sprechen. Seine innere Zerrissenheit plagt ihn: "Kann ich zurück in den alten Job, ins alte Muster? Will ich das? Welche Alternativen habe ich mit 45?" Dennoch ist er dankbar, dass er die Zeit bekommen hat, solche Fragen mit Abstand gründlich zu reflektieren. Im Gespräch mit dem Therapeuten erarbeitet er jetzt eine Lösung, die zu ihm passt. Das kann eine Zeitlang dauern, denn dass er an einem Scheideweg steht, ist Anton S. durchaus bewusst. Aber nach einem Dreivierteljahr Burnout hat er gelernt, dass es sich lohnt, seinen Ausweg zu suchen. Und der soll definitiv ein anderer sein, als ihn vor gut einem Jahr der Fußballstar Robert Enke für sich gefunden gewählt hatte.


Saale-Zeitung. 19. November 2010

Bevor die Seele dauerhaft erkrankt: "Mehr Herz für den Menschen"

Memorandum Leitende Ärzte aus der Psychosomatik setzen sich für einen gesellschaftlichen Dialog über die psychosoziale Lage in Deutschland ein

Bad Kissingen – Spätestens seit dem Selbstmord des Fußballspielers Robert Enke vor gut einem Jahr sind Burnout und Depression nicht mehr ganz die Tabu-Themen. sie sie es waren. Fakt ist, dass immer mehr Menschen an seelischen Erkrankungen leiden. Der Anteil dieser Erkrankungen an der Arbeitsunfähigkeit nimmt seit 1980 zu, 15 bis 20 Prozent sind es derzeit.

Dieser und andere Trends führten dazu, dass Experten ihrer tiefen Erschütterung über die "psychosoziale Lage in unserer Gesellschaft" Luft machen. I einem Memorandum fordern sie einen offenen gesellschaftlichen Dialog über die Ursachen für Seelenkrankheiten und über sinnvolles Handeln zum Gegensteuern. Di Unterzeichner sind Fachleute, die Menschen mit seelischen Erkrankungen behandeln und Verantwortung tragen für den Umgang mit psychosozialem Leid in unserer Gesellschaft. Die Initiative ging von Dr. Joachim Galuska (Klinik Heiligenfeld, Bad Kissingen) aus. Im Kreis von – bundesweit tätigen – leitenden Ärzte humanistisch-integrativer Psychosomatischer Kliniken diskutierte man die erschreckende Entwicklung wachsender psychosozialer Belastung in Deutschland und anderen Industrienationen. Ihr Schluss: Das Ausmaß der Problematik wird nicht ausreichend wahrgenommen Daher ihr Memorandum (Internet: www.psychosozaile-lage.de).

Schicksale hinter der Statistik

In ihrer täglichen Arbeit erfahren diese Ärzte, unter ihnen auch der Kissinger Psychotherapeut Dr. Günter Wimschneider, vieles über persönliche Schicksale, die hinter den Statistiken stehen. Etwa 30 Prozent der Bevölkerung leiden demnach binnen Jahresfrist an einer diagnostizierbaren psychischen Störung, am häufigsten an Depressionen, Angststörungen, psychosomatischen und Suchterkrankungen sind inzwischen die häufigste Ursache für eine vorzeitige Berentung. Zugleich beobachten die Fachleute, dass auch immer mehr Kinder und Jugendliche psychisch erkranken, Verhaltensprobleme haben. auch Ältere leiden zunehmen daran. Nur die Hälfte der psychischen Erkrankungen wird richtig erkannt. Der Spontanverlauf ohne Behandlung aber sei ungünstig: Knapp ein Drittel verschlechtert sich, knapp die Hälfte zeigt keine Veränderung.

"Immer längere Warteschlangen in den psychosomatischen Kliniken
und bei niedergelassenen Psychotherapeuten"

Dr. Günter Wimschneider
Psychotherapeut


In allen Altersgruppen, bei beiden Geschlechtern, in allen Schichten (und allen Nationen zunehmenden Wohlstands) nehmen seelische Erkrankungen besorgniserregend zu. Die Folge: Die gesellschaftlichen Kosten der Gesundheitsschäden durch Produktivitätsausfälle, medizinische und therapeutische Behandlungen, Krankengeld und Rentenzahlungen sind enorm. Angemessene medizinische und therapeutische Versorgung ist selbst in Deutschland angesichts der Dynamik und des Ausmaßes seelischer Erkrankungen nur in Ansätzen möglich. Dr. Wimschneider sagt: "Die Warteschlangen bei Kliniken oder niedergelassenen Psychotherapeuten werden immer länger."

Die Ursache besteht nach Beobachtungen der Aufrufunterstützer in zwei gesellschaftlichen Entwicklungen: Die psychosoziale Belastung des Einzelnen nimmt zu durch individuellen und gesellschaftlichen Stress. Der kann ausgelöst sein durch Leistungsanforderungen, Informationsüberflutung, seelische Verletzungen, berufliche und persönliche Überforderungen, Konsumverführungen u.a. m. Familiäre Zerfallsprozesse, berufliche Mobilität, virtuelle Beziehungen, häufige Trennungen und Scheidungen führen dazu, dass die Betroffenen immer weniger tragfähige soziale Beziehungen haben, sowohl qualitativ als auch quantitativ. Die Kompetenz, das eigene Leben zu gestalten, psychosoziale Problemlagen zu bewältigen und fehlende erfüllende, tragfähige Beziehungen reichen nicht mehr, um den Anforderungen und Herausforderungen dieser gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung zu tragen.

Erschwerend kommt hinzu, dass unsere Gesellschaft sich stark an materiellen, äußeren Werten orientiert und die Bedeutung des Subjektiven, der inneren Werte, der Sinnverbundenheit dramatisch unterschätzt. Genau darüber müsse der gesellschaftliche Dialog geführt werden: über die Bedeutung des Subjektiven, Seelischen, Geistig-Spirituellen, sozialen Miteinanders und Störungen umgehen. "Wir benötigen einen neuen Ansatz zur Prävention, der sich auf die Grundkompetenzen zur Lebensführung, Bewältigung von Veränderungen und Krisen und Entwicklung von tragfähigen und erfüllenden Beziehungen konzentriert", sagt auch Wimschneider. Er und Kollegen plädieren für Gesundheitsbildung, das Erlernen von Selbstführung, die Erfahrung von Gemeinschaft ab dem Kindergarten, fortgesetzt in der Schule, etwa mit einem Schulfach "Gesundheit." Überhaupt benötige die Gesellschaft eine im echten Sinn psychosomatische Medizin, die die gegenwärtige Technologisierung und Ökonomisierung der Medizin ergänzt dergestalt, dass das Subjekt (der Mensch) und die Beziehung zu ihm einen höheren Stellenwert bekommen.

Gegen reine Profitorientierung

Eine Wirtschaftswelt dürfe sich nicht nur an Profit und Leistung orientieren. Sie benötige Sinn und Lebensorientierung für die Tätigen, kurz: "Wir benötigen mehr Herz für die Menschen." Nur dann gelinge eine integrierendern, sinnstiftender, soziale Bezüge erhaltender Umgang mit dem Alter. Auch politisches Handeln müsse die Auswirkungen auf psychosoziale Bewältigungsmöglichkeiten in einer alternden Gesellschaft. 


BAD KISSINGEN, 09.10.2010

1.000 Besucher am Tag der offenen Türen

Der Tag der offenen Türen in den Heiligenfeld Kliniken – Ein Erlebnis für alle Sinne

Der Herbst zeigte sich von seiner sonnigen Seite, als rund 1000 Besucher am Samstag, dem 09.10.2010 in die Heiligenfeld Kliniken in Bad Kissingen strömten, um am Tag der offenen Türen einen Bick hinter die Kulissen des Gesundheitsunternehmens zu werfen. Den Startschuss der Veranstaltung bildete die Eröffnungsrede des Kaufmännischen Direktors Fritz Lang und eine Darbietung des Chors im Heiligenfeld Saal. Der ärztliche Leiter Dr. Joachim Galuska verschaffte den Zuhörern einen allgemeinen Überblick über die psychosoziale Lage in Deutschland. Ein zusätzliches Grußwort sprachen Peter Scheder von der AOK Bad Kissingen, und Emil Müller, stellvertretender Landrat Bad Kissingen. Die Eröffungsveranstaltung schloss mit beeindruckenden Trommelrhythmen, die Patienten eigens dafür einstudiert hatten.

 

In geführten Klinikrundgängen nutzten viele Besucher die Möglichkeit sich durch die Parkklinik führen zu lassen, Näheres über die Luitpoldklinik, die Fachklinik, das Gesundheitszentrum und das Ärztezentrum zu erfahren. Zudem informierten sie sich an zahlreichen Infoständen und in Fachvorträgen zu Themen wie "Burn-out", "Die heilende Kraft der Psychotherapie", "Bad Kissinger Heilquellen", "Gesunde Ernährung", "Sturzprophylaxe" oder "Rückenschmerz- was tun?". Großen Anklang fanden vor allem Schnupperstunden, die den ganzen Tag angeboten wurden. Die Besucher erfuhren hier die "Heilkraft der Stimme", fielen bewusst aus ihrer Rolle, machten kleine Entdeckungsreisen und schafften es bei Mediationsübungen dem Alltag zu entkommen. Die eigene Aktivität stand auch bei der Beckenbodengymnastik, bei QiGong und der Nordic Walking Runde im Vordergrund. Die Kunst- und Rhythmusstherapie sorgte für eine ausgelassene Stimmung unter Gästen und Besuchern. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Gäste und Besucher konnten sich beim Mittagessen vom Ernährungskonzept der gesundheitsbewussten und vollwertigen Küche der Heiligenfeld Kliniken überzeugen, und sich nachmittags bei Kaffee und Kuchen, und frisch zubereiteten Waffeln eine Pause gönnen.

Ein Erlebnis der besonderen Art bildete ein ausgiebiger Spaziergang mit Lamas (von der Orenda-Ranch) durch die herbstliche Natur, der bei der Fachklinik angeboten wurde. Diese finden sonst ihren Einsatz in der tiergestützten Therapie mit Patienten. Die Besichtigung des Rettungswagens des Bayerischen Roten Kreuzes und die Besteigung der Kletterwand der Bergwacht Oberbach waren für Groß und Klein ein Erlebnis. Kinder konnten sich in Fabelwesen verwandeln lassen, im Traumland entspannen und sich mit selbst belegten Broten stärken. Der Tag der offenen Tür war nicht nur ein voller Erfolg, sondern ein Erlebnis für alle Sinne.

 

 

 


 

MARIA BILDHAUSEN, 04. September 2010

Das Pferd rückt den Reiter gerade

In Maria Bildhausen nehmen mehrfach behinderte Menschen
an einem Therapie-Projekt teil

Effektive therapeutische Maßnahmen für mehrfach behinderte Menschen zu finden, ist eine schwierige Aufgabe. In der Einrichtung Maria Bildhausen läuft aktuell ein Projekt mit Pferden, das schon nach wenigen Wochen deutliche Erfolge zeigt.

In Maria Bildhausen werden auch mehrfach behinderte Menschen betreut, die in den Werkstätten nicht arbeiten können. Diese Behinderten sind teilweise hyperaktiv, allgemein sehr schüchtern, haben anderen Menschen gegenüber Berührungsängste, neigen zu Depressionen, verweigern bisweilen Essen und Trinken, wollen nicht aus dem Bett aufstehen oder ein paar Schritte vor der Türe machen.

Um diese Probleme abzubauen, läuft seit Juni als Versuchsprojekt eine "tiergestützte Therapie", die von den Mitarbeiterinnen Bettina Vollert und Melina Pineira organisiert, betreut, beobachtet und ausgewertet wird. Bis zu 16 Patienten, wöchentlich jeweils acht, können an der Therapie teilnehmen. Dazu bringt Birgit Appel-Wimschneider, Reit- und Psychotherapeutin, untersützt von zwei Mitarbeiterinnen, zwei speziell ausgebildete Pferde von der Orenda-Ranch in Burglauer nach Maria Bildhausen.

Anfangs verkrampft

In der ruhigen Umgebung in unmittelbarer Nähe der Kirche können die Menschen mit Behinderungen die Pferde kennenlernen, führen, streicheln, striegeln, oder auf ihnen reiten. "Da blühen einige richtig auf, wenn sie so ein großes Tier führen dürfen. Es macht sie stolz und sie gewinnen zunehmend an Seblstbewusstsein", weiß Bettina Vollert.

Wenn einer auf dem Pferd sitzt, sei er anfangs noch sehr verkrampft, doch nach einigen Runden zeige er schon eine gewisse Ruhe und Lockerheit, beobachtete Birgit Appel-Wimschneider. Auf dem Pferd bekomme der Mensch ein anderes Gefühl, das Pferd rücke den Reiter gerade, auf dem Pferd müsse man aufrecht sitzen und den Körper bekomme eine leichte Spannung. Tiere, so Appel-Wimschneider, übten auf Menschen einen besonderen Reiz, wirkten anregend, strahlten Ruhe und Vertrauen aus. der Reittherapeutin macht das Projekt gro0en Spaß und sie kommt gerne nach Maria Bildhausen. Und von den Betreuten komme auch viel zurück. "Es ist einfach schön und macht zufrieden, wenn man die leuchtenden Augen sieht, wie sie sich freuen, wie die Gesichter aufgehen. Das ist authentisches Verhalten. Da gibt es kein Verstellen." Sehr zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen zeigen sich Heimleiter Thomas Hahn und die Betreuerinnen. "Nach einer Therapiestunde mit dem Pferd haben die Teilnehmer eine ruhige Art, die sie durch den ganzen Tag begleitet", so Vollert.

Erkennbare Erfolge

Sie könne bereits nach wenigen Wochen eine deutliche Verbesserung bei den Betreuten, in psychischer und physischer Hinsicht, feststellen. "Wir können bereits jetzt, im September, erkennen, dass das Projekt Erfolg versprechend ist, Sinn macht und große therapeutische Wirkung bei einzelnen Betreuten zeigt", mein der Heimleiter zufrieden. Denn hier gehe es um besonders schwierige Bewohner, die sehr verhaltensauffällig seien und große psychische Probleme hätten. Hahns Dank gilt Birgit Appel-Wimschneider für "das Entgegenkommen und den großen Aufwand", besonders aber dem Förderverein Maria Bildhausen, ohne dessen "großzügige finanzielle Unterstützung" dieses spezielle Angebot nicht durchführbar wäre. Der Förderverein trägt die Hälfte der Therapiekosten und hat zusätzlich die notwendige Aufsteigehilfe für 900€ finanziert. Wie Hahn betonte, werde er sich bemühen,  das Projekt im nächsten Jahr fortzuführen, wobei auch daran gedacht sei, das Angebot auf Rollstuhlfahrer zu erweitern.

http://www.main.de/badkissingen/muennerstadt/mariabildhausen./art772,595903

 


 

Pferde als Therapeuten - ein erfolgreiches Konzept


In Maria Bildhausen blühen behinderte Menschen während einer "tiergestützen Therapie" mit Pferden auf

Maria Bildhausen. Effektive therapeutische Maßnahmen für mehrfach behinderte Menschen zu finden, ist eine schwierige Aufgabe. In der Einrichtung Maria Bildhausen läuft aktuell ein Projekt mit Pferden, das schon nach wenigen Wochen deutliche Erfolge zeigt.

In der Einrichtung Maria Bildhausen werden auch mehrfach behinderte Menschen betreut, die in den Werkstätten nicht arbeiten können. Diese Personen sind teilweise hyperaktiv, allgemein sehr schüchtern, haben anderen Menschen gegenüber Berührungsängste, neigen zu Depressionen, verweigern bisweilen Essen und Trinken, wollen nicht aus dem Bett aufstehen oder ein paar Schritte vor der Türe machen. Um diese Probleme abzubauen, läuft seit Juni diesen Jahres als Versuchsprojekt eine „tiergestützte Therapie“, die von den Mitarbeiterinnen Bettina Vollert und Melina Pineira organisiert, betreut, beobachtet und ausgewertet wird.

Geschulte Pferde sorgen für Selbstvertrauen
Bis zu 16 Personen, wöchentlich jeweils acht, können an der Therapie teilnehmen. Dazu bringt Birgit Appel-Wimschneider, Reit- und Psychotherapeutin, unterstützt von zwei Mitarbeiterinnnen, zwei speziell ausgebildete und ständig geschulte Pferde von der Orenda-Ranch in Burglauer nach Maria Bildhausen. Auf dem idealen, ruhigen Gelände in unmittelbarer Nähe der Kirche können die Menschen mit Behinderungen die Pferde kennen lernen, führen, streicheln, striegeln oder auf ihnen reiten.

„Da blühen einige richtig auf, wenn sie so ein großes Tier führen dürfen. Es macht sie stolz und sie gewinnen zunehmend an Selbstbewusstsein“, weiß Bettina Vollert. Wenn einer auf dem Pferd sitzt, sei er anfangs noch sehr verkrampft, doch nach einigen Runden zeige er schon eine gewisse Ruhe und Lockerheit, beobachtete Birgit Appel-Wimschneider. Auf dem Pferd bekomme der Mensch ein anderes Gefühl, das Pferd rücke den Reiter gerade, auf dem Pferd müsse man gerade sitzen und der Körper bekomme eine leichte Spannung.

Leuchtende Gesichter
Tiere, so Appel-Wimschneider, übten auf Menschen einen besonderen Reiz, wirkten anregend, strahlten Ruhe und Vertrauen aus. Der Reittherapeutin macht das Projekt „großen Spaß“ und sie kommt wöchentlich „sehr gerne nach Maria Bildhausen.“ Von den Betreuten komme auch viel zurück. „Es ist einfach schön und macht zufrieden, wenn man die leuchtenden Augen sieht, wie sie sich freuen, wie die Gesichter aufgehen. Das ist authentischen Verhalten. Da gibt es kein Verstellen“, sagt Appel-Wimschneider.

Sehr zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen zeigen sich auch Heimleiter Thomas Hahn und die Betreuerinnen. „Nach einer Therapiestunde mit dem Pferd haben die Personen eine ruhige Art, die sie durch den ganzen Tag begleitet“, so Vollert. Sie könne bereits nach wenigen Wochen eine deutliche Verbesserung bei den Betreuten in psychischer und physischer Hinsicht feststellen. „Wir können bereits jetzt im September erkennen, dass das Projekt erfolgversprechend ist, Sinn macht und große therapeutische Wirkung bei einzelnen Betreuten zeigt“, meint Heimleiter Thomas Hahn zufrieden, denn hier gehe es um besonders schwierige Bewohner, die sehr verhaltensauffällig seien und große psychische Probleme hätten.

Dank an die Reittherapeutin
Hahns Dank gilt Birgit Appel-Wimschneider für „das Entgegenkommen und den großen Aufwand“, besonders aber dem Förderverein Maria Bildhausen, ohne dessen „großzügige finanzielle Unterstützung“ dieses spezielle Angebot nicht durchführbar wäre. Der Förderverein trägt die Hälfte der Therapiekosten und hat zusätzlich die notwendige Aufsteighilfe für 900 Euro finanziert. Wie Hahn betonte, werde er sich bemühen, das Projekt im nächsten Jahr fortzuführen, wobei auch daran gedacht sei, das Angebot auf Rollstuhlfahrer zu erweitern. 

Anton Then

http://www.rhoenpuls.de/start/detailansicht-ihrer-auswahl/artikel/pferde-als-therapeuten-ein-erfolgreiches-konzept/


BAD KISSINGEN, 12.06.2010

Mit dem Lama zum Wichtelkonvent

Birgit Appel-Wimschneider bietet Vollmond-Touren zu den Wichtelhöhlen an.

Die Wichtelhöhlen sind wieder in aller Munde. Die bizarren Felsformationen mit dem drolligen Namen am südlichen Stadtrand von Bad Kissingen locken zahlreiche Gäste an. Das neuste Highlight in dem Waldstück am Heiligenhof sind Vollmond-Spaziergänge mit Lamas an der Leine.

Zum ersten Termin im Juni hatten sich rund 20 Neugierige angemeldet, so dass die nächtliche Wanderung am darauffolgenden Tag noch einmal wiederholt werden musste, sagt Birgit Appel-Wimschneider.

Die Wichtelhöhlen sind keine Innovation. Im Gegenteil: Die spektakulären Buntsandsteinblöcke unweit des Heiligenhofs sind wohl über 200 Millionen Jahre alt und entstanden seinerzeit durch die Auswaschungen der Saale. Bereits im 19. Jahrhundert wusste man den Spazierweg an den Wichtelhöhlen zu vermarkten. Die Route für Kurgäste tauchte damals sogar in den Reiseführern auf. Später geriet der Promenadenweg jedoch in Vergessenheit. Seit die Stadt beschloss, die attraktive Waldroute hoch oben über der Saale touristisch zu vermarkten und eine Informationsbroschüre herauszugeben, setzt nun sozusagen ein Run auf die Wichtelhöhlen ein.

Für Appel-Wimschneider ist der Spazierweg jedoch nicht ganz unbekannt. Seit Jahren schon veranstaltet die 50-Jährige zu Therapiezwecken Erlebnistouren mit Lamas, unter anderem auch im Auftrag der Fachklinik Heiligenfeld. Dabei nutzt sie mit ihren Gästen oft den benachbarten Weg der Besinnung.

Jetzt kam ihr die Idee, mit ihren Gästen mal bei Vollmond die andere Richtung zu den Höhlen einzuschlagen und an einer „Wichtelkonferenz“ teilzunehmen, sagt sie schmunzelnd. Denn in der Sage heißt es ja, dass dort schon ewig lange Wichtel ansässig sind. In hellen Vollmondnächten sollen sie noch heute auf den Felsplatten den „Konvent“ abhalten. Und wenn das Wichtelvolk applaudiert, ist im Wald immer ein Rauschen, Glucksen und Wimmern zu hören.

„Und es war wunderschön an dem Abend“, schwärmt Appel-Wimschneider vom ersten Mondschein-Spaziergang. Überall leuchteten Glühwürmchen und gaben der Wanderung eine besondere Note.

Zudem hatten Appel-Wimschneider und ihr Mann diverse Vorbereitungen getroffen. So waren in den Felsnischen Teelichter aufgestellt, die den Wichtelhöhlen im wahrsten Sinn des Wortes ein sagenhafte Flair verliehen.

Einmal waren es elf, das zweite Mal acht Leute, die sich mit der 50-Jährigen auf die Suche nach den kleinen Gnomen an den Wichtelhöhlen begaben. Vier Lamas waren mit von der Partie. „Die Tiere strahlen Ruhe und Gelassenheit aus“, sagt Appel-Wimschneider. „Es ist sehr heilsam mit ihnen zu laufen“, unterstreicht sie den therapeutischen Nutzen. Die Tiere „schreiten“ dahin, der Mensch daneben müsse sich der Gangart anpassen.

In diesem Monat sind zwei weitere Spaziergänge bei Vollmond geplant – und das nicht nur für die Gäste der Heiligenfeld-Kliniken. Für den 25. und 26. Juli, jeweils um 22 Uhr, kann sich jeder anmelden, den die Sache interessiert.

Kontakt: Birgit Appel-Wimschneider, Tel. (01 71) 9 55 73 74.

http://www.mainpost.de/lokales/bad-kissingen/Mit-dem-Lama-zum-Wichtelkonvent;art766,5647448

 

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